IHR PROBLEM IST KEIN KONTROLLPROBLEM

Karl Turner von turner & friends zerreißt mit beiden Händen eine gelbe Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor einer grauen Betonwand. Rote Headline: „Ihr Problem ist kein Kontrollproblem"

IHR PROBLEM IST KEIN KONTROLLPROBLEM

Löst die Attestpflicht ab Tag 1 die eigentliche Ursache des Problems?

Die Bundesregierung reagiert mit schärferen Regeln auf einen im Jahresschnitt hohen Krankenstand (n-tv). Attestpflicht ab Tag eins, die telefonische Krankschreibung fällt weg. Ob das den Krankenstand senkt, wird sich zeigen. Mich interessiert eine andere Frage: Was, wenn Kontrolle gar nicht der wirksamste Hebel ist? Und was, wenn Sie als Führungskraft längst bessere Lösungsansätze zur Verfügung haben?

10 Prozent emotionale Bindung

Vielleicht kennen Sie in Ihrem Unternehmen gar keine hohen Krankenstände oder eine starke Fluktuation. Und vielleicht zeigen Ihre Mitarbeitendenbefragungen sogar eine hohe emotionale Bindung. Dann dürfen Sie sich glücklich schätzen – und sich höchstens über den neuen, aus Berlin verordneten bürokratischen Mehraufwand ärgern. Laut Gallup Engagement Index 2025 sieht das in vielen anderen Unternehmen leider nicht so gut aus: Nur 10 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind emotional hoch an ihren Arbeitgeber gebunden. 77 Prozent machen Dienst nach Vorschrift, 13 Prozent haben innerlich schon gekündigt (Gallup Engagement Index 2025). Gleichzeitig ist ein Viertel der Befragten mit dem Arbeitgeber „äußerst zufrieden“ – und trotzdem nicht gebunden. Zufriedenheit und Bindung fühlen sich ähnlich an. Sie sind es aber nicht. Zufriedenheit beruhigt. Bindung bewegt.

Fehlende Bindung ist teuer: Beschäftigte mit hoher emotionaler Bindung fehlten 2025 im Schnitt 5,6 Tage, bei geringer Bindung waren es 7,6, bei den innerlich Gekündigten 9,7 – macht zusammen einen Produktivitätsverlust von bis zu 142 Milliarden Euro im Jahr (Gallup Engagement Index 2025).

Schlechte Nachricht: Bindung entsteht nicht von selbst, sie hält sich auch nicht von selbst und Kontrolle lässt sie weiter schwinden. Bindung zu schaffen und lebendig zu halten ist Führungsaufgabe, keine Frage von Benefits. Unternehmen, die aktiv an ihrer Führungsqualität und dem Arbeitsumfeld arbeiten, erreichen im Schnitt eine deutlich höhere Bindung, in den besten Fällen zwischen 40 bis 60 Prozent (Personalwirtschaft/Gallup).

Vertrauen ist die Grundlage, nicht die Kür

Vertrauen ist kein weiches Extra moderner Führung. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen, sich mit ihrem Unternehmen identifizieren und mehr tun als das Nötigste. Wo Vertrauen fehlt, wächst Distanz. Wo Distanz wächst, sinkt Bindung – und genau die fehlende Bindung erzeugt die Probleme, die man anschließend am liebsten mit noch mehr Kontrolle bekämpfen würde.

Leif Steinbrinker, Geschäftsführer von Fanomics, bringt einen Teil davon auf den Punkt: Emotionale Bindung entsteht nicht durch Zufriedenstellung, sondern durch echte Passung zwischen den eigenen Werten und den Werten des Unternehmens – und durch das Gefühl, dort als jemand Besonderes wahrgenommen zu werden (Leif Steinbrinker, Fanomics).

Was Sie tun können – und wie wir Sie dabei unterstützen können

Vorab: Zwei Begriffe werden gern verwechselt, gerade weil beide aktuell in fast jedem Unternehmen diskutiert werden: Werte und Kultur. Werte sind die „Karte“ – Grundüberzeugungen wie Transparenz, Respekt oder Mut, die festlegen, was uns wichtig ist. Kultur ist das Erlebnis dieser Karte im Alltag: das Muster aus Verhalten, Ritualen und ungeschriebenen Regeln, das tatsächlich gelebt wird, nicht das, was im Leitbild steht. Diese Unterscheidung ist mehr als Semantik. Werte lassen sich definieren und vorleben. Kultur dagegen lässt sich nicht diktieren – sie entsteht erst dort, wo Menschen aufeinandertreffen, dieselben Werte teilen und sie täglich leben.

Genau deshalb braucht es zwei aufeinanderfolgende Schritte. Zuerst: Werte definieren, die im Unternehmen wirklich ernst gemeint sind – und sie als Führungskraft selbst konsequent vorleben. Erst dann lohnt sich der zweite Schritt: Räume schaffen, in denen Menschen ohne Hierarchie miteinander sprechen. Denn genau dort, in der Wiederholung solcher Begegnungen, wird aus behaupteten Werten gelebte Kultur.

Bei der dm drogerie markt GmbH + Co. KG sitzt in den „dm-Geist“-Foren schon mal ein Azubi beim Mittagessen neben dem Geschäftsführer und diskutiert mit ihm über Kundenfreundlichkeit (Kulturwandel.org). Das funktioniert nur, weil Nähe dort tatsächlich gelebte Kultur ist, nicht nur Programmpunkt. Bei der AOK Baden-Württemberg stellt sich der Vorstand ohne Agenda, auf Augenhöhe und ganz persönlich den Fragen der Mitarbeitenden (Begegnungen verändern!).

Genau hier können wir Sie unterstützen. Wir bei turner & friends verstehen Live-Kommunikation nicht als Bühnenshow, sondern als Systemkommunikation: als strategische Intervention, die Werte im Unternehmen erlebbar macht und so zur gelebten Kultur werden lässt – zwischen Führung und Team, zwischen Vorstand und Belegschaft. Wir entwickeln Formate, in denen echte Begegnung entsteht und Kultur nicht dem Zufall überlassen bleibt, sondern gezielt „über Bande“ gestaltet wird. Kein Kontrollmechanismus. Eine Führungsentscheidung mit messbarer Wirkung.

Welche Werte leben Sie in Ihrem Unternehmen schon konsequent vor – und wo fehlt bislang der Raum für echte Begegnungen, damit daraus wirklich Kultur wird? Ich freue mich auf den Austausch.

Schreiben Sie uns an mail@turner-and-friends.de oder rufen Sie an unter +49 (0)221 30196241.